

Die Autoren in der Reihenfolge ihrer Erscheinung:
Lady Ulrike, Lady Sylvia, Sir Skip, DtK, Drachenmeister, San Ra-Lu Quonling, Lady Andariel, Sir Taulin von Tar Ant
So, da stand sie nun, als frisch erschlagene Lady in dieser gewaltigen Burg.
Lange war es ihr Wunsch, diesen Edlen Leuten anzugehören. Etliche Male drückte sie den Anmelden-Button, um entmutigt aufzugeben: War ihre Seite wirklich gut genug für diese Gemeinschaft? Wieder stöberte sie im Forum unter den letzten Bewerbern abgeschmettert wurden sie! Ihre Angst wuchs und sie ... Gnadenlos dachtedie Prüfung bestehen!. : Niemals werde ich
Doch dann nahm sich ein Ritter namens Keykeeper ihrer an und sagte: Ändere noch dies und das, dann kannst du es ruhig versuchen - meine Stimme hast du.
Voller Euphorie tat sie, wie ihr geheißen und meldete ihre Seite an. Ihr Zittern und ihre Angst, ebenso zerlegt zu werden, wie ihre Vorgänger, wuchs ins unermeßliche! Kaum wagte sie noch, ins Forum zu schauen, wo sie doch schon seit Monaten fast täglich war. Und dann begannen die Prüfungen ...
Doch welch Wunder! Niemand beklagte sich, keiner schrie: Hängt sie auf! ... Mit jedem neuen Eintrag wurde ihre Angst mehr zerschlagen - hatte sie doch so viel Zustimmung gar nicht erwartet! Voller Vorfreude sehnte sie das letzte Urteil herbei, bis endlich der Tag kam und der Drachenmeister ihr den Ritterschlag erteilte!
"Ich danke euch allen und fühle mich sehr geehrt, jetzt der Ritterschaft anzugehören! So lasse ich denn einige Fässer des besten Weines und des besonderen Bieres Seribains in die Halle rollen, um mit Euch meinen Einzug in die Burg zu feiern!" rief Lady Ulrike voller Freude
Lady Sylvia hob ihren Weinbecher und grinste. "Na denn mal Prooooooooscht."
"Herzlich willkommen", rief Skip, ergriff sogleich und Lady Ulrikes Hand und führte die Jungritterin zur höchsten Zinne.
"Von hier oben hat man einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden Ländereien ... und natürlich den Burggraben ..."
Der Weg zum Burghof war zur der Zugbrücke hin leicht abschüssig. "Damit das Blut besser ablaufen könne", so wurde Ihr erzählt.
Diese kleine Änderung sei wohl notwendig geworden: Früher konnte eine Lady ein weißes Taschentuch zu Boden fallen lassen, in der Sicherheit, es von einem galanten Drachenritter in strahlendem Weiß zurückzuerhalten - als Zeichen seiner unschuldigen und reinen Verehrung.
Eines nicht lange zurückliegenden Tages jedoch soll sich das geändert haben: Die Ladies erhielten von den zerknirschten Rittern nurmehr blutige Lappen zurück. Meist folgte darauf eine ordentliche Watschn, da die holde Maid annehmen mußte, der Ritter wolle der Jungfräulichkeit ein Ende bereiten. Als der Ärger überhand nahm, mußte der DRACHENMEISTER schließlich den Unmutsbekundungen der Drachenritter nachgeben: Die ehrenwerten Ritter und Ladies wollten nicht mehr ständig knietief im Blute waten, welches Unschuldige, Schuldige und Trainingspartner vergossen, seitdem die beeindruckende Zahl von 100 Rittern überschritten wurde. Und so wurden Handwerker bemüht, den Burghof etwas aufzuschütten und Blutrinnen zu installieren...
Lady Ulrike aber hatte keinen große Lust, großartig über die seltsame Geschichte zu grübeln: Sie mühte sich mittlerweile wieder mit mit einem besonders großen Faß Seribainschen Bieres ab. Doch leider waren die eigenen Kräfte nicht ausreichend, um die leichte Steigung zu überwinden.
"Hrrghgh. Grrrnnng. Nnnhrrrghghnnn.". Ächzend, knurrend und stöhnend stemmte und drückte die frischgebackene Lady an dem Faß. Doch es war umsonst ...
Ein kleiner Assassin, dessen lange und karierte Ohren unter seinem Assassinen-Gewand hervorlugten, huschte über den Burghof, blickte kurz zu ihr und verschwand gemein kichernd in einer Kammer. Kurze Zeit später huschte hinterher ein weiterer zu kurz geratener Assassin, dessen langen grünen Ohren unter seinem Assassinen-Gewand hervorlugten. Seltsame Leute gab es hier auf der Burg...
"WARTET, ICH HELFE EUCH!" tönte eine Stimme, die klang, als würde sie unter einem Blecheimer hervorklingen. Suchend sah sich die frischgebackene Lady um. Wer hat da gesprochen?
Vielleicht jemand aus dem Wachhaus neben ihr? Neugierig lugte Lady Ulrike in die Wachstube: Mit einem Eimer über dem Kopf lag dort die Torwache... verschnürt wie ein Rollbraten, für den Lady Deliah - neben ihren Dachpappeziegeln - so bekannt sein soll. Lady Ulrike kam herein und nahm der armen Wache den Eimer ab. Wobei der Eimer ursprünglich wohl mal ein Tellerhelm war, den man der Wache über den Kopf gezogen hatte...
Hm - nein. Die Torwache hat da wohl nicht gesprochen: Zu der Verschnürung und dem Eimer äh Helm kam noch der Knebel, der verhindern sollte, daß auch nur ein Ton von den deren Lippen kommen sollte. Unsicher was nun zu tun wäre, setzte Ulrike der Torwache den Eimer... HELM! wieder auf. Trotz der flehenden Blicke - die Lady wollte nicht aus Unerfahrenheit die Drachenritter brüskieren, weil sie deren seltsamen Marotten nicht kannte und achten konnte.
Nun - wer hat ihr denn die Hilfe angeboten? Die Drachenritter waren ja bekannt für ihre Hilfsbereitschaft. Also mußte doch jemand von diesen Herren oder Damen zu sehen sein? Sie drehte sich um...
"UAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHH"
Nach dem Schrecken sollte Lady Ulrike eigentlich ihr Herz pochen und ihr Blut rauschen hören. Aber entweder war sie durch ihren Schrei kurzzeitig taub oder ...
Doch bevor sie entgültig starb, setzte ihr Herz wieder ein. Als die Schwärze des Todes vor ihren Augen wich und den Blick wieder freigab, sah die Lady den Grund ihres Schreckens: Wie aus dem Nichts stand vor ihr ein topfhelmbewehrter Ritter. Trotz der Rüstung und der grausigen Waffen hatte sie bei dessen Annäherung keinen Ton vernommen. Doch vor diesem Drachenritter brauchte sie natürlich keine Angst zu haben: Auf dessen Schild prangte ein niedliches Wappen: Ein kleiner, gelber Vogel mit Baskenmütze, Farbpalette und Pinsel. Wie süß!
Leider konnte Lady Ulrike nicht das freundliche Gesicht des Ritters sehen, der wie alle hier so hilfsbereit war. Nun endlich half ihr ein starker Recke damit das schwere Faß endlich in den Burghof gelangte.
Der Ritter nahm sein mächtiges Kriegshorn, verschloß das Mundstück. Anschließend nahm er seine riesige Axt und hackte ein Loch in das Faß. Mit einem mächtigen Schwall strömte das Bier literweise heraus. "WENN DAS FASS LEER IST, MÜSSTEN EURE KRÄFTE AUSREICHEN." Mit diesen Worten füllte der Drachenritter sein Horn und führte es zum Helm...
"UAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHH"
"WAS IST DAS DENN FÜR EIN TEUFELSGEBRÄU?"
Lady Ulrike konnte sich nicht entscheiden, wie sie reagieren sollte: Wut über das ausgeleerte Faß; Verwunderung darüber, wie der Ritter das Bier durch seinen Topfhelm zum Mund führen konnte; oder Trauer und Scham, da das Bier Seribains wohl nicht gut genug für die Drachenritter war.
"..." Ihr fehlten die Worte.
Zu diesem Gefühlswirrwar gesellte sich noch Hilflosigkeit, als Dreibuchstaben, der hundert-erste Ritter, seinen Verdacht äußerte: "IST DAS DER DANK? WOLLTET IHR UNS VERGIFTEN?"
Doch schnell kam die Erleichterung als Dreibuchstaben ihren Schrecken bemerkte und Lady Ulrike beruhigte: "SEID UNBESORGT!..."
Ohnmacht jedoch beendete den Gefühlsreigen, als die nächsten Worte des Ritters ohne Furcht und Gnade schließlich Todesangst auslösten: "DIE ERSTE NACHT AM GALGEN IST DIE SCHLIMMSTE ... HÄNGT SIE AUF!"
"Also Gazelle fand den Wein wirklich klasse" rief da der Drachenmeister dazwischen und schaute besorgt auf seinen Lieblingsdrachen, der gerade das leere Fass ausschleckte.
"Eyyy, Gazelle, rutsch mal nen Stück, und laß nem alten Ritter auch noch nen Schluck!" rief Skip.
Nachdem des Drachenmeisters Liebling Skip daraufhin einen Schlag mit dem Schwanze versetzte, welcher den Ritter bis durch Burgtor schleuderte und in einer noch feuchten Blurinne wieder zu sich komemn ließ.
"Hey, diese Blutrinnen hab ich mir ja noch nie angeschaut!" Auf einmal bricht aus Skip wieder in ein schallendes Gelächter heraus, und er rutscht schließlich die Blutrinne hinunter, bleibt dann unten am Hügel liegen, von wo man noch bis in die Abendstunden ein für den Zuhörer leicht irritierendes Lachen vernehmen konnte.
Erst nach Sonnenuntergang kommt der Ritter wieder den Hügel hochgestapft und bittet die Torwache um Einlaß. Da aber keiner daran dachte, diese wieder loßzuschnüren, mußte er die Nacht wohl oder übel vor der Burg verbringen.
"Dabei wollte ich doch eigentlich zur höchsten Zinne hinauf..."
San Ra-Lu Quonling setzte sich grinsend hin, ließ den turbangekrönten Kopf hier und dorthin blicken, griff sodann in das innere seiner Toga und zückte einen Minibohrer und zwei lange Strohhalme. Mit dem Miniborer das Faß traktierte, mit den Strohhalmen eine Pipeline legte und grinsend schlürfte während sich andere um den ersten Platz am oberen Faßende prügelten.
Schlüüüüüüüürf......
"Hey", rief da Meister Abakus in die Runde "Wißt ihr ignoranten Saufritter eigentlich, dass es sich bei Lady Ulrike um den 111. Ritter handelt. Zur Feier des Tages habe ich ein wenig hochprozentige Algebra mitgebracht."
Zum Erstaunen der gesamten Anwesenheit nahm das graue, sonst immer so trockene Männchen einen kräftigen Schluck aus einer merkwürdigen Flasche und grinste breit über beide rotglänzende Wangen.
Aus den finsteren Gefilden eines düsteren Nachthimmels stürzte sich Andariel herab, um der feiernden Runde beizuwohnen. Sie verneigte sich vor der neuen Lady Ulrike und setzte sich ans Lagerfeuer, um an der bekömmlichen Algebra des Meister Abakus teilzuhaben.
Taulin von Tar Ant, der Algebra nie so richtig zu schätzen wusste und diese Art des Zeitvertreibs doch lieber Magiern oder irgendwelchen Leuten, die das Wort Meister im Namen tragen, überliess, schlenderte unauffällig herbei. Zu gross war die Neugier, die ihn plagte. War es eines Gerangels wert, von der seltsamen hochprozentigen Algebra zu naschen?
Taulin betrachtete das Getümmel am Fass von Lady Ulrike. Sein Blick schweifte ab, hin zu dem schlürfenden Geräusch am anderen Ende des Fasses, wo nur ein verrutschter, leicht wackelnder Turban sichtbar war - und heftete sich schliesslich auf die Flasche, die zwischen dem Drachenmeister und Andariel stand. Beide amüsierten sich bereits prächtig, und im flackernden Schein des Feuers konnte man sehen, dass nicht nur die Wangen rot glänzten, sondern auch schon die Nasenspitzen anfingen, wie kleine Leuchtfeuer in der Dunkelheit zu glühen.
"Was für ein Stoff !" dachte sich Taulin. "Das muss ich unbedingt probieren". Und so liess er sich leise pfeifend und mit schon fast auffällig unauffälligem Gebahren am Feuer nieder, die Flasche aus den Augenwinkeln angestrengt beobachtend.
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